Franz Meindl
- Geboren: 3 Okt. 1906, Sarleinsbach 15, Pf. Sarleinsbach 1
Allgemeine Notizen:
* Adressen: - 1: Sarleinsbach 15, Pf. Sarleinsbach
* Sonstiges: ° Mühlviertler Nachrichten, 20. Aug. 1937, S 4: Sarleinsbach. (Abschied von der Heimat.) Vor zwei Monaten hatte Herr Franz Meindl die große, weite Reise von Kanada angetreten, um nach 10jähriger Abwesenheit sein Vaterland, seine Heimat, seine Eltern, sein liebes Sarleinsbach und seine dort wohnenden Freunde zu besuchen. Im Jahre 1927, als in Oesterreich die größte Arbeitslosigkeit herrschte, war er hinübergezogen und hat sich in ernstem Lebenskampf, vom Schicksal oft hart bedrängt, eine neue, gute Lebensexistenz geschaffen. Herr Franz Meindl ist heute Angestellter der kanadischen Pacific-Eisenbahn, hat in Kanada geheiratet und ist englischer Staatsbürger geworden. Obwohl drüben seine zweite Heimat, hat er sein Vaterland, sein Sarleinsbach, seine geliebten Mühlviertler Berge nie vergessen und die Sehnsucht nach seinen Lieben hat ihn schließlich bewogen, die weite, teure Reise anzutreten. Zwei Monate hat er nun unter uns gelebt; aus dem unternehmungslustigen Burschen, der einst hinauszog, ist ein ernster, reifer Mann geworden, der heute noch stolz ist, ein Oesterreicher, ein Deutscher zu sein. Große Freude hat sein Besuch in Sarleinsbach ausgelöst. Seine Eltern konnten nach zehnjähriger Trennung ihren Sohn wieder an das Herz drücken; er fad seine einstigen Lehrer wieder, viele Kollegen, die mit ihn einst die Schulbank drückten, freu-ten sich über sein Kommen. Wie mußte da der Franzl erzählen und wie gern tat er es. In allen seinen Erzählungen offenbarte sich die große Hermatliebe, die Anhänglich-keit zur angestammten Scholle. Der Franzl hat sich aber zu seinen alten Freunden auch neue erworben. Alle, die neu nach Sarleinsbach gekommen find und den Franzl früher nicht kannten, sie alle fühlten sich durch sein liebenswürdiges Benehmen, durch seine Leutseligkeit zu ihm hingezogen und haben nun die Schar seiner Freunde er-heblich vermehrt. Zu schnell waren die zwei Monate ver-gangen und am 9. August feierte man im Gasthaus Alois Wagner Franzls Abschied. Da war alles vertreten: alle, die Franzl gerne hatten, sein Mütterlein, sein Vater, sein Bruder, seine Lehrer, die hochw. Geistlichkeit, alle Aemter. Es sind wenige Hauser im Markte, deren Bewohner dieser familiären Feier ferngeblieben sind. Es ist selbstverständ-lich, daß man dem Franzl und seinen Eltern die schweren Abschiedsstunden durch Humor und Geselligkeit verkürzt hat. Da haben auch wieder alle zusammengeholfen, voran unser lieber hochwürdiger Herr Kooperator Baumann durch sei-nen goldigen, nie versagenden Humor. Die ganze Musik-kapelle war anwesed und hat ununterbrochen sehr schön ausgespielt. Bei den Reden, die gehalten wurden, erkannte man die große Beliebtheit, deren sich der Valetant in Sar-leinsbach erfreute. Wenn nun Franzl wieder bei seiner Familie, fern von feinem Heimatsort weilt, so kann er stolz das Bewußtsein in sich tragen, daß die Sarleinsbacher ihn nie und nimmer vergessen werden. Sarleinsbach, seine Hei-mat aber, kann stolz auf ihren Sohn sein, denn solche Oesterreicher, die ihr Vaterland in solch würdiger Weise im Ausland vertreten, sind selten. Glück auf, Franz, auf deinem ferneren Lebensweg auf auf Wiedersehen in fünf Jahren! \emdash R. Körner.\emdash ° Franz war zumindest noch zweimal zu Besuch in Sarleinsbach: Sommer 1955 und Frühling 1967! In beiden Fällen sind Zeitungsnotizen bekannt.
Bekannte Ereignisse in seinem Leben waren:
• Erste Adresse: Sarleinsbach 15, Pf. Sarleinsbach. .
• Er wurde am 3 Okt. 1906 in der Pfarrkirche Sarleinsbach. getauft. 1
• Taufpate/In: Maria Wagner, verw. Brauereibesitzerin in Sarleinsbach 16, kath. . 1
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