Pfarre & Gemeinde Meggenhofen


Meggenhofen - gegen Norden - 90er Jahre

Die Gemeinde[1] ist politisch Teil des Bezirkes Grieskirchen. Sie wird von den beiden Innbächen (Innbach und Wilden Innbach) durchflossen. Geologisch wird die Gemeinde von Vöcklaschlier im östlichen und nordöstlichen Teil durchzogen, in der Mitte von den Atzbacher Sanden und im Westen vom Ottnanger Schlier aufgebaut. Der Ort liegt auf einer Seehöhe von 390 m (Pfarrkirche), die höchste Erhebung ist mit 513 m das Schwalbleck an der Gemeindegrenze zu Aistersheim und St. Georgen. 

Das Gemeindegebiet (Fläche: 18,29 km2) gliedert sich in 37 kleine Ortschaften, die alle von der Landwirtschaft bestimmt sind. Insgesamt wird 76% der Gemeindefläche agrarisch genutzt (im Vergleich dazu das Land Oberösterreich: 37%) und weitere 14% sind Waldfläche (Oberösterreich: 49%)

Auf einem Feld beim Kaltenecker in Rahof fand man ein Steinbeil. Dieser Fund beweist, daß auch in neolithischer Zeit der Raum Meggenhofen bewohnt war. In der O. Inn entdeckte man einen Spinnwirtel. Durch das Gemeindegebiet führte auch eine Römerstraße, in deren Nähe viel später die St. Barbara-Kapelle in Wilhelmsberg errichtet worden ist. Zur Zeit der Karolinger und vielleicht schon der Agilolfinger gab es bereits bajuwarische Niederlassungen. Die erste urkundliche Erwähnung geschah in einem Dokument des Klosters St. Nikola bei Passau vom Jahre 1120 n. Chr., in dem ein "Eigil de meginhoven" aufscheint. 

Die Ortsbezeichnung Meggenhofen wird von Ma(n)ggo- bzw. Makko+ hofen abgeleitet, was soviel wie Hof des Maggo bedeuten würde. Maggo (Makko) soll ein Gutsherr und Anführer der Kolonisten gewesen sein. Es gibt verschiedene Schreibweisen, wie "menginhouven", " Meggenhofen" und "Meggenhoven". Auf eine Besiedlung im 12. Jh. weisen die Ortsnamen Meggenhofen, Veitsberg und Wilhelmsberg hin.

Im Gemeindegebiet Meggenhofen siedelten ehemals 3 Edelsitze:

Gugerell:   1222 erstmals erwähnt, 1426 starben sie bereits aus.
Inn:   Das Burgstall Inn hatte in der Ebene am Inn südwestlich von Meggenhofen seinen Standort. Die O. Inn ist in einer Salzburger Urkunde bereits 1185 n. Chr. erwähnt, das Burgstall Inn 1195 n. Chr. ("Ernst de Inne"). Die Inhaber des Edelsitzes waren bis 1329 n. Chr. Dienstleute von Passau. Später gehörte Inn zum Distriktskommissariat Würting (heute: Gemeinde Offenhausen). Inn soll der alte Sitz der Innerseer gewesen sein. Im 18. Jh. war der Sitz bereits eine Ruine.
Meggenhofen 1170 ist ein Sigibert (auch Sigibrant) de Mekchenhoven vermerkt. 1380 ein "Wernhart der Tutschenberger hat zu Lehen das geschlozz von Meckenhoven". 
Im Lehenbuch Albrechts III. von Oesterreich von 1380 wird "das geschlozz von Meckchenhofen" angeführt, und zwar als zur H. Starhemberg gehörig. 
Im Jahre 1386 n. Chr. scheint ein Heinrich Fleischhacker auf, 1388 Stefan Geymann, Wolfgang Tutschenberger und Friedrich Chikner. 1380 erhielt Wernhart Tutschenberger den Sitz Meggenhofen von Herzog Albrecht III. von Oesterreich zu Lehen. Am 14. April 1583 belehnte Gundacker von Starhemberg den Helmhart Jörger mit dem Schloß und anderen Gütern. Es gibt aber einen Anschlag aus dem 16. Jh., der das "Burchstall Meggenhouven" nennt. Ein weiterer Besitzer war Johann Maximilian Frh. von Meggenhofen, Sohn des Max Emanuel Josef Metzger, der zu Burghausen Regierungsrat war und am 14. September 1745 in den Freiherrenstand erhoben worden ist. Johann Maximilians Gattin war Maria Anna von Neuburg. Der letzte Meggenhofener lebte noch 1802. Wann die Gebäude abgetragen worden sind, ist nicht bekannt. 1970 entdeckte man einen Rest von Pfählen. Die ringförmige Lagerstelle war noch im Jahre 1863 sichtbar.

Im Jahre 1302 n. Chr. ist der Pfarrer Sifrit von Meckenhoven erwähnt. Die Pfarre Meggenhofen scheint auch in der Lonstorfer Matrikel auf. Von 1429 bis ins 17. Jh. war Meggenhofen ein Vikariat der Pfarre Hofkirchen. Die Kirche in Meggenhofen entstand um 1130 n. Chr. und ist dem hl. Martin (11. 11.) geweiht. Die heutige Kirche ist ein spätgotischer Bau aus dem 14. Jh. Die Netzrippen und die gotischen Altäre wurden entfernt. Die Altäre ersetzte man durch barocke, die der Aistersheimer Hoftischler Gregor Derschl geschaffen hat.

Der Pfarrhof liegt von der Kirche abseits auf dem Pfarrhofberg. Er wurde 1740 gebaut, die Stallung fand 1816 eine Umgestaltung. Eine umfangreiche Kirchenrenovierung setzte im Jahre 1917 ein. Die Glocken stammen aus dem 16. Jh.

Schon früh gab es in der Ortschaft Wilhelmsberg das St. Barbara-Kirchlein, eine Filialkirche der Pfarrkirche Meggenhofen. Dieses Kirchlein wird bereits 1220 n. Chr. urkundlich erwähnt und stand im sogenannten "Rheitengarten". Die Ortschaft Wilhelmsberg scheint schon um 1185 urkundlich auf. Der Bau des Kirchleins soll mit einer slawischen Dekanie in Zusammenhang stehen. Es wurde 1672 abgetragen, aus dem Abbruchmaterial ließ man die Filialkirche in Veitsberg zum hl. Vitus (15. 6.) erbauen. Zu dieser Filialkirche kamen auch Wallfahrer.

Laut dem Visitationsbericht von 1544 besaß das Verleihungsrecht über die Pfarre Meggenhofen der Pfarrherr von Hofkirchen, die Vogtei übte im Namen des Fürsten von Österreich der Hauptmann (später Landeshauptmann) des Herzogtums ob der Enns aus. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. gehörte die Pfarre Meggenhofen zum Dekanat Waizenkirchen (nunmehr Dekanat Gaspoltshofen). 

1620 soll Meggenhofen von Truppen Tillys in Brand gesteckt worden sein. Am 1./2. Mai 1809 kamen die Franzosen ein drittes Mal ins Land. Martin Kurz informiert uns darüber, dass Kaiser Napoleon 1. von Frankreich im Pfarrhof Meggenhofen übernachtet haben soll ("Kurze Chronik von Steinerkirchen/Kematen", S. 49). Meggenhofen, das zwischen 1810 - 1816 zu Bayern gehörte, kam mit einem Teil seiner Ortschaften zur Erzdiözese Salzburg, der Rest (etwa 130 Häuser mit 269 Seelen) wurde der Pfarre Steinerkirchen am Innbach zugeschlagen.

In Meggenhofen lebte der Heimatdichter Eduard Hofbaur. Sein Hauptwerk besteht aus Mundartgedichten, aber auch in Schriftsprache war er tätig. An sein Wirken erinnert eine Gedenktafel an der Volksschule Meggenhofen. Als kulturelles Gut gilt das Pfarrarchiv und das Gemeindearchiv, das unter den Schutz der Haager Konvention gestellt wurde.

Wappen MeggenhofenMit dem Beschluß der oö. Landesregierung vom 25. Oktober 1976 erhielt die Gemeinde Meggenhofen das vom Gemeinderat am 30. April 1976 beschlossene Wappen verliehen. Dieses Wappen zeigt das Siegelbild des Pschenko Ketringer, 1416, dessen Geschlecht den Edelsitz Meggenhofen innehatte. Im grünen Schildfluß ist ein silberner sechsstrahliger Stern, in Silber scheint dazu eine schwarze Elster mit einem goldenen Schnabel und goldenen Füßen auf. Der Wappenentwurf stammt von Herbert Erich Baumert, Linz. Das Original des erwähnten Siegels wird im Ennser Stadtarchiv aufbewahrt. Die Ketringer waren im Hochmittelalter ein bedeutendes Geschlecht mit Besitzungen in Ober- und Niederösterreich. Mit selben Beschluß genehmigte die oö. Landesregierung auch die vom Gemeinderat beschlossenen Gemeindefarben Weiß/Grün.

Meggenhofen (gegen Süden), um 1970Der Fremdenverkehr brachte Meggenhofen seinen großen Aufschwung. Dies geht auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, da der Gastwirt Johann Payrhuber zusammen mit dem Caritasdirektor Josef Ernesti aus Bochum eine Erholungsaktion für Kinder aus dem Ruhrgebiet in Meggenhofen einrichtete. Aus dieser Aktion entstand dann, zusammen mit Müttererholungsaktionen, der Aufbau des Fremdenverkehrs, vor allem durch Frau Grete Payrhuber, die Inhaberin des gleichnamigen Gasthofes. Sie ergriff die Initiative zur Gründung des „Theaters am Bauernhof". Das Theater startete am 26. Juli 1969 mit Calderons „Dame Kobold". Gleich das erste Stück war ein riesiger Erfolg. Der adoptierte alte Kircheckerhof in Schlatt dient als Spielort und Kulisse. Zwei überdachte Seiten des Hofes dienen als Zuschauerräume, in der rustikalen Stube ist die Garderobe, und die Eintrittskarten werden aus einem kleinen Bauernhoffenster heraus verkauft. Jeden Sommer wird nun dieses „Theater am Bauernhof" als große Attraktion für weitum geboten, wobei Stücke von der Klassik über Boulevard bis zur Bauernposse gegeben werden. Auf dem Spielplan stehen ferner musikalische Darbietungen und Chöre.

Touristisch profitieren konnte Meggenhofen auch von der Nähe des Kurortes Gallspach. Meggenhofen zeichnet(e) sich neben den kulturellen Besonderheiten durch eine Vielzahl schöner Wanderwege aus. Als Besonderheit ist noch ein Modellflugplatz erwähnenswert. Weit über die Grenzen Oberösterreichs hinaus bekannt, ist die bereits seit 25 Jahren (1989 - 2014!) im Pfarrhof jeweils im August stattfindende sogen. 'Landl-Rallye'. Sie ist eine der größten Oldtimertreffen Österreichs.

Einen großen Einschnitt brachte die Innkreis-Autobahn (mit eigener Abfahrt), die Meggenhofen seit 1987 in zwei Teile schneidet. Der damit erhoffte große Ansiedlungsboom an Betrieben ist ausgeblieben.

Kurze Chronologie der Pfarre und Gemeinde Meggenhofen

1120 Erste urkundliche Erwähnung: "Eigil de meginhoven"
um 1130 Bau der ersten Pfarrkirche
1302 Erster Pfarrer urkundlich erwähnt: "Sifrit von Meckenhoven"
1620 Truppen Tillys brannten den Ort nieder
1622 Brand des Pfarrarchivs - wertvolle Unterlagen vernichtet
1672 Filialkirche in Wilhelmsberg abgetragen und neu in Veitsberg aufgebaut
1740 Bau des Pfarrhofes am Pfarrhofsberg
1./2. Mai 1809 Franzosen sind ein drittes Mal im Land; Kaiser Napoleon I soll im Pfarrhof übernachtet haben.
1809-1816 Die Grenze zwischen Österreich und  Bayern verläuft durch das Pfarrgebiet. Ein Teil der Ortschaften gehörte zur Erzdiözese Salzburg.
1866 Musikverein wird gegründet
1876 Gründungsjahr der Feuerwehr Meggenhofen 
1880 Neues Schulgebäude wird errichtet
1883 "Verein Geselligkeit der Musikfreunde in Meggenhofen" als Vorläufer des heutigen Musikvereins wird gegründet; nunmehr Trachtenkapelle
1889 Raiffeisenkasse wird eröffnet
ab 1917 Kirchenrenovierung
26. Juli 1969 Theater am Bauernhof nimmt seine Veranstaltungstätigkeit auf
25. Oktober 1976 Gemeindewappen wird verliehen
2014 25 Jahre Landlrally!


Weiter Infos: Website der Gemeinde Meggenhofen  ('Gemeindeportal').
                   Zahlen und Fakten zur Gemeinde
                   Geografische Daten der Gemeinde Meggenhofen




 

[1]  vgl. Zeiger, 1986: „Ortsgemeinde Meggenhofen“ in: Vom Hausruck bis zur Donau – von der Sallet bis zum Hausruck; Steyr, Verlag Wilhelm Ennsthaler, S. 258ff und "Der Bezirk Grieskirchen - Ein Heimatbuch", 1977, Grieskirchen, Bezirksheimatverein Grieskirchen. 

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