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Josef Bindeus
(1851-1928)
Juliana Riener
(1854-1929)
Ferdinand Leibetseder
(1871-nach 1938)
Maria Bindeus
(1880-1918)
Maria Leibetseder
(1905-)

 

Familienverbindungen

Maria Leibetseder

  • Geboren: 9 Dez. 1905, Köckendorf 15, Pf. Helfenberg um 10:00 1
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Aufzählungszeichen  Allgemeine Notizen:

* Adressen:
- 1: Köckendorf 15, Pf. Helfenberg (bis 1913)
- 2: Afiesl 14, Pf. Helfengerg

Aufzählungszeichen  Forschungs-Notizen:

* Sonstiges:
Anm: Das Alter stimmt überein, ob es jedoch 'unsere' Maria Leibeteseder ist ???
(Linzer Volksblatt, 4. Jan, 1947, S 3):
Bestialischer Raubmord in Linz
Das Opfer wurde mit Hacke erschlagen - Die Tat bereits nach 10 Stunden aufgeklärt
Am Donnerstag abends gegen 18 Uhr wurde in ihrer Wohnung m Linz. Dr.-Dahr-Straße
Nr. 2, die 42jährige Schuhmachersgattin Maria Leibetseder in einer Blutlache röchelnd tödlich verletzt aufgefunden. Die von einem Neffen der Ermordeten sofort verständigte Polizei nahm in fieberhafter Eile gleich nach Be-kanntwerden der Tat mit ihrem ganzen Beamtenapparat die Nachforschungen nach dem Mörder auf, die schon m den frühen Morgen-stunden des Freitag zur Verhaftung des Täters führten. Unter Leitung des Polizei-Regierungs-rates Dr. Reichelt von der Polizeidirektion Linz, und mit dem Kriminal-Bezirksinspektor Breitschopf an der Spitze haben die Be-amten der Kriminolabteilung 1 in kürzester Zeit einen besonders bestialischen und anfangs
sehr verwickelt scheinenden Mordsall restlos geklärt.
Al> Täter wurde der in Steyr-Münichholz wohnhafte, 1919 geborene Fritz Sed-lacek auf einem Hotelschiff in Linz verhaftet. Sedlacek, der im Krieg Oberleutnant war und einen intelligenten Eindruck macht, ist arbeitslos und fristet sein Leben für sich und seine in Steyr wohnende Familie durch Schleichhandel.Ein Schleichhandelsgeschäft mit einem Kellner des Linzer Cafe Traxlmayr brachte Sedlacek in Geldverlegenheit. Am 2. Jänner sollte er einen Betrag von 2100 Schilling an den Kell-ner zahlen, war ihm aber nicht möglich war. So suchte er die ihm schon längst bekannte
Maria Leibetseder aus, um sich von ihr Geld zu borgen und die fällige Schuld obzustatten,
ansonsten der Kellner Sedlacek wegen Be-truges gerichtlich verfolgen wollte.
Der Mörder erschien am Donnerstag gegen 1/2 5 Uhr abends vor dem Haus Dr.-Bächr-Straße 2 und fand die Haustür verschlossen. Da ihm aber der Hausgebrauch, wie manchem anderen, ohnehin bekannt war, warf er einen Schneeball auf das ebenerdige Fenster der Wohnung Leibetseders. Daraufhin öffnete die Leibetseder da, Haustor und ließ Sedlacek in die Küche. Zu dem nun folgenden< über eine Stunde dauernden Gespräch verlangte Sedlacek zuerst nur andeutungsweise. dann immer klarer von der Leibeiseder Gelde doch ohne daß es
dabei zu Zwistigkeiten gekommen wäre. Die beiden standen schon seit längerer Zeit in "geschäfllicher" Verbindung, die freilich durch die Höhe der Summen als Schleichhandel bezeichnet werden muß. Sedlacek, der seine ganze Hoffnung, zu Geld zu kommen, auf Leibetseder gesetzt hatte, sah sich darin enttäuscht, was ihn vermutlich unter einem gewissen Zwang, unbedingt zu Geld zu kommen, zu der graßlichen Bluttat getrieben haben mag.
Plötzlich ergriff er die am Türstock zum Schlafzimmer lehnende Hacke und führte gegen die halb abgewandte Leibetseder einen wuchtigen Hieb auf ihr Hinterhaupt. Die Hackenschneide durchschlug ben Schädelknochen und hatte allein schon tödliche Wirkung. Die Leibetseder stürzte dann gegen Sedlacek hin auf den Fußboden und blieb auf den Rücken liegen. Sedlacek führte nun neuerlich vier Hiebe gegen das Gesicht der am Boden Liegenden, die alle tief in den Schädel eindrangen und Sicherst gröbliche Wundem hinterlichen.
Nun aber eilte der Mörder aus der Woh-nung. Bei der Haustür machte er nochmals kehrt, um nach Geld zu suchen oder nach Gegenständen, die er in Geld umsetzen könnte. In größter Eile raffte er. ohne Geld zu finden, eine Schreibmaschine, ein Paar Stiefel, zwei Uhren, einige Schmuckstücke. Zigaretten, ver-schiedene Stoffreste und die zum Mord ver-wendete Hacke zusammen und packte alles in zwei mitgebrachte leere Koffer. Die Mitnahme der beiden Koffer läßt auf einen beabsichtigten Raub oder Raubmord schließen, was aber der Mörder strikte leugnet. Er stellt die Tat als Affekthandlung hin. Aus einem überreichend großen Quantum Arsen, das auf der Küchenkredenz der Leibetseder log. nahm Sedlacek knapp vor dem Weggehen in einem Kuvert
eine kleinere Menge mit, um sich, wie er selbst sagt, beim Auffliegen der Tat oder vor der Verhaftung vergiften zu können. Diese Aussage scheint aber ziemlich unglaubhaft, näher liegt die Annahme, daß Sedlacek gegen einen seiner Gläubiger Mordabsichten hegte.
Nach der Tat eilte Sedlacek zur Blumauerstraße, von wo er mit der Straßenbahn bis zur Brücke fuhr. Ein Autobus brachte ihn dann zum Hotelschiff. In seinem Zimmer packte er di< brauchbaren Sachen aus. während er die in Stoffreste eingewickelte Hacke und nicht brauchbare Dinge in die Donau warf. Am Freitag wollte Sedlacek nach Wien fahren, um das Raubgut in Geld umzusetzen, doch gegen 1/2 4 Uhr früh erschien auf dem Schiff die Kriminalpolizei und nahm Sedlacek fest, der bald di< grausame Tat gestand.
(Linzer Volksblatt, 8 Okt. 1948, S 3):
Sedlacek begnadigt.
Wie die Apa erfährt, wurde das Todesurteil gegen den 28jährigen Konstrukteur Fritz Sed-lacek, der im Jänner v. I. in Linz die Schu-stersgattin Maria Leibetseder in ihrer Woh-nung mit einer Axt erschlagen hatte, durch den Bundespräsidenten in eine lebenslängliche Kerkerstrafe umgewandelt.

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Aufzählungszeichen  Bekannte Ereignisse in ihrem Leben waren:

• Erste Adresse: Köckendorf 15, Pf. Helfenberg.

• Sie wurde am 10 Dez. 1905 in der Pfarrkirche Helfenberg um 13:30 getauft. 1

• Taufpate/In: Johann Leibetseder, lediger Knecht in Pressleiten. 1


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Quellen


1 Pfarramt Helfenberg, Taufbuch IX/39/63.

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